vergissmeinnicht fällt nicht immer aus dem Rahmen, manchmal bleiben wir auch bewusst darin. So geschehen in der Eigenanzeige "Werbung ist fast schon... eine Kunst" in "Kultur am Bodensee", Nr. 10/2010, eine Aussage, die sich an eine provokative These des Kommunikationspapstes Michael Schirners anlehnt. Der hatte 1987 in einem in der FAZ abgedruckten Gespräch mit Sebastian Turner auf die Frage, warum Werbung Kunst sei, lapidar und selbstbewusst geantwortet:
"Weil ich sie dazu erklärt habe. Die Werbung hat heute die Funktion übernommen, die früher die Kunst hatte: die Vermittlung ästhetischer Inhalte ins alltägliche Leben. Diese Funktion hat die moderne Kunst nicht mehr. Sie findet unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt. Die massenkulturellen Ausdrucksformen wie Werbung, Pop-Musik oder Mode sind an die Stelle der früheren Kunst getreten..."
Nur Herr Schirner und die Künstlersozialkasse sind heute noch felsenfest davon überzeugt, dass Werbung Kunst ist. Doch wir denken: Es ist völlig richtig, fähige Kopf- und Handwerker damit zu beauftragen. Zum Beipiel uns!